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Dark Age Vampire Chronik

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Die menschliche Welt um 1100 n.Chr.

Regionales: Im 12.ten Jahrhundert gibt es noch kein Italien im heutigen Sinne. Norditalien, zu dem auch Genua gehört, ist in das Königreich der Lombardei, die Toskana und die Republik Venedig und einige weitere Stadtrepubliken zersplittert. Diese Teilreiche gehören mehr oder weniger fest zum Heiligen Römischen Reich deutscher Nationen, essentiell ein von deutschen Königen und Kaisern beherrschtes Vielvölkereich. Die Menschen sehen sich jedoch nicht einem Land zugehörig – der nationale Gedanke erwacht erst viel später. Für den gewöhnlichen Menschen kommt zuerst die Familie, dann die Stadt oder Dorfgemeinschaft und schließlich der Stamm, dem man angehört. Adlige aus dem hohen Norden des deutschen Reiches hatten Besitzungen und Verwandte in Italien und umgekehrt. Die einzige wirkliche Gemeinsamkeit ist das christliche Kulturpaket, das von der Kirche und den Klöstern vermittelt wird. Alltagsgegenstände, Baustile und Moden gleichen sich dagegen, trotz regionaler Unterschiede, von Italien bis England, von Spanien bis Polen. Lediglich Frankreich schert mit den ersten gotischen Bauwerken aus.

Genua selbst war schon immer ein Handelsknotenpunkt. Hier treffen Waren aus den transalpinen Ländern auf Luxusgüter und Gewürze des Ostens. Die Stadt ist Bischofssitz und somit Sitz eines klerikalen Fürsten, der nichts mit den repräsentativen Geistlichen späterer Zeiten zu tun hat.

Die Blütezeit der Republik Genua nimmt im 11. Jahrhundert mit der Vertreibung der Araber von Sardinien seinen Anfang. Durch die Kreuzzüge erlangt Genua dann wesentliche wirtschaftliche und politische Macht und sichert sich durch Nachschublieferungen für die Kreuzfahrer auf dem Seeweg nach Antiochia schon bald erste Handelsprivilegien in der Levante. Den ehemaligen Bündnispartner und mittlerweile großen Konkurrenten Pisa kann Genua in einem Krieg (1118–1133) besiegen und sich im Anschluss auf den Machtkampf mit dem letzten großen Konkurrenten, Venedig, konzentrieren.

Die Städte Norditaliens sind zur selben Zeit als Erben römischer Stadtkultur Vorreiter der Stadtentwicklung Europas wie sie auch einen anderen Weg gehen: Anstelle eines Bürgertums hat sich im vergangenen Jahrhundert ein starker städtischer Kleinadel entwickelt. Da diese kein Land besaßen, sondern über Handel und Geldwirtschaft ihr Prestige finden mussten, wachsen überall sogenannte „Geschlechtertürme“ in die Höhe und bestimmen zu Dutzenden die Skyline der norditalienischen Städte. So sehr, dass Kirchen oft und häufig vergeblich versuchten, die Höhe der Türme auf die der höchsten Kirchtürme zu beschränken, um den Stolz der neureichen Adligen nicht den Ruhm Gottes überflügeln zu lassen.

Klöster hingegen waren noch völlig in ländlichen Bereichen angesiedelt. Von diesen effizient verwalteten Zentren gehen zahlreiche Neuerungen und Erfindungen in Landwirtschaft und Handwerk aus, die zu explosionsartigem Bevölkerungswachstum und zu freigesetzter Arbeitskraft führen, die wiederum das Wachstum der Städte und anschwellen des dortigen Reichtums nach sich ziehen. Mönchs-Bettelorden, die in den Städten predigten kommen jedoch erst deutlich später auf. Auch da immer noch 90 Prozent der Bevölkerung auf dem Land leben und hier täglich um ihre Existenz kämpfen – auch um die Abgaben an den Adel und die Klöster aufzubringen. Ihnen bleibt häufig nur der Glaube an ein besseres Schicksal nach dem Tod. Andere hält nur die Furcht vor Höllenstrafe auf Linie. Denn jeder stand genau an dem Platz, an den Gott ihn gestellt hatte. Das war jedem klar.

Überregionales: Im 12. Jahrhundert war Europa in zahlreiche Herrschaftsgebiete gegliedert, wobei die Meisten durch das Bekenntnis der Bevölkerung zum römisch-katholischen Christentum miteinander verbunden waren. Von ihnen wird auch als Abendland gesprochen. In den europäischen Randgebieten Ost- und Südosteuropas herrschte die christlich-orthodoxe Glaubensrichtung vor, während der Süden der Iberischen Halbinsel muslimisch geprägt war. Das Heilige Römische Reich in der Mitte Europas hatte im Kampf mit dem Papsttum einen großen Teil seiner beanspruchten Hegemonialstellung verloren. In Westeuropa etablierten sich mit England und Frankreich zwei starke eigenständige Reiche.

Im Zentrum Europas lag das Heilige Römische Reich. Die Machtelite des Reiches bildete eine adelige Oberschicht, die einen König an ihre Spitze wählte. Zu Beginn des Jahrhunderts stand der letzte Salier-König Heinrich V. im Konflikt mit den Päpsten und einer meist sächsischen Reichsfürstenopposition. Ein weiterer Machtfaktor innerhalb des Kaiserreiches waren die norditalienischen Städte, die insbesondere in der ersten Jahrhunderthälfte immer größere Autonomie gewinnen konnten. Handel und Handwerk brachten ihnen großen Reichtum. Kaiser Barbarossa versuchte ihnen gegenüber seine Königsmacht durchzusetzen. Zahlreiche Regalien, die die Städte aufgrund der Schwäche des Kaisertums in der ersten Jahrhunderthälfte für sich reklamiert hatten, sah er als kaiserliches Eigentum, das er gewinnbringend als Lehen vergeben wollte. Seine Sicht versuchte er gewaltsam durchzusetzen und damit die kaiserliche Zentralmacht in Reichsitalien zu festigen.

Süditalien wurde von Normannen regiert. Diese konnten sich gegenüber den Ansprüchen des Papsttums und der abendländischen sowie byzantinischen Kaiser behaupten. Zunächst in Opposition zum Papsttum nutzten die Normannen in den 1130er Jahren das erste Papstschisma, um als Könige von Süditalien anerkannt zu werden.

Die Päpste hatten in Mittelitalien ein weltliches Herrschaftsgebiet, das sie gegen verschiedene Bedrohungen verteidigten. In der ersten Jahrhunderthälfte sahen sie sich der Opposition der römischen Stadtbevölkerung und der süditalienischen Normannen gegenüber. Dagegen holten sie sich Unterstützung von den römisch-deutschen Kaisern. In der zweiten Jahrhunderthälfte war Kaiser Barbarossa der Gegenspieler von Papst Alexander III. In seinem Kampf gegen dessen Vormachtansprüche in Italien wurde er vom norditalienischen Lombardenbund sowie den französischen Königen und der englischen Kirche unterstützt. Im Frieden von Venedig konnte Alexander sich gegen Barbarossa und den von ihm gestützten Gegenpapst durchsetzen.

In Europa erreichte das Rittertum seine Blüte. Dabei handelte es sich um eine Bevölkerungsgruppe von Laien, die sich durch gemeinsame Lebensformen und kulturelle Ideale vom Rest der Gesellschaft abgrenzte. Zum einen gehörten ihr niedere Adelige und Ministeriale an, berittene Berufskrieger, die als Vasallen für einen Lehnsherren kämpften. Zum anderen zählte sich auch der hohe Laienadel zu dieser Gruppe. Dieser war es auch, der zum großen Teil die zur ritterlichen Lebensweise gehörenden Hoffeste, Turniere und Dichterlesungen ausrichtete. Neben der Teilnahme an diesen Veranstaltungen sollten die Ritter mit ihrem Verhalten dem ritterlichen Idealbild folgen, das sowohl durch religiöse als auch weltliche Einflüsse geprägt war. Doch das wirkliche Verhalten war oft weit entfernt von diesem Ziel. So hatte der im Minnesang propagierte Frauendienst wenig mit der realen Stellung der Frau in diese Gesellschaftsgruppe zu tun.

Durch Europa ging eine Urbanisierungswelle. Insbesondere im Heiligen Römischen Reich und in England gab es viele Stadtgründungen. Zahlreiche andere Städte vergrößerten die Zahl ihrer Bürger. Waren viele Städte zu Beginn des Jahrhunderts noch vollständig in die Herrschaft adeliger Grundherren eingebunden, so erstritten sich zahlreiche Bürgerschaften eigene Hoheitsrechte, wie zum Beispiel das Recht einer eigenen Gerichtsbarkeit. Insbesondere viele norditalienische Städte erlangten einen hohen Grad an Autonomie. Durch ihre gewonnenen Rechte begann sich die Stadtbevölkerung vom Umland zu unterscheiden und ein eigenes Bewusstsein zu entwickeln. So wuchs in den folgenden Jahrhunderten eine neue Schicht heran, das Bürgertum.

Die Kommerzialisierung der Wirtschaft brachte eine Ausweitung des Handels und der Geldwirtschaft mit sich. Große überregionale Messeplätze, wie die Champagnemessen, gelangten zu erster Blüte. Mit der wachsenden Urbanisierung organisierten sich die Handwerker und Kaufleute zunehmend in Genossenschaften. Erste Zünfte und die Frühformen der deutschen Hanse entstanden, die für ihre Mitglieder Privilegien erstritten. Das Fernhandelsnetz wurde dichter. Die italienischen Seerepubliken steigerten ihre zentrale Bedeutung im europäischen Fernhandel, indem sie das Schiffsmonopol im Mittelmeer erlangten.

 

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