Titus

Neugeborener

 

„Wir kämpfen nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut, sondern gegen die bösen Mächte und Gewalten der unsichtbaren Welt, gegen jene Mächte der Finsternis, die diese Welt beherrschen, und gegen die bösen Geister in der Himmelswelt.“

Die Zeiten sind wahrlich düster, wenn der Wolf im Schafspelz steckt. Dämonen und gottlose Kreaturen mischen sich unerkannt unter die guten Christen, um ihr verderbtes Werk zu verrichten. Doch Gottes Wege sind groß und unergründlich und manchmal schickt Er einen Engel auf die Erde, um seine Werke zu tun. Aus der Düsternis entsprang ein Streiter Gottes, dem einzig wahren Glauben verpflichtet, um wieder den Satan und seine Ausgeburten zu streiten. Ein Verteidiger der Schwachen und Hilflosen. Ein Engel in Gestalt eines finsteren Kriegers.

Großgewachsen war der Streiter, der einst auf den Namen Titus getauft wurde, breite Schultern und raue kräftige Hände, die zu Lebzeiten harte Arbeit gewöhnt waren. Das ernste Gesicht war ungewöhnlich blass und von einem harten Leben eines Bauern gezeichnet. Die schwarzen Haare waren kurz geschnitten und ein Drei-Tage-Bart verstärkten den meist finsteren Gesichtsausdruck. Kühle stahlgraue und sehr aufmerksame Augen musterten sein Gegenüber genau.

Gekleidet war er meist in einem schweren Kettenhemd über einem Lederwams und grober schwarzer Wolle. Ein großes Schwert hatte er auf den Rücken geschnallt, dass im Gegensatz zu seiner Kleidung gut gepflegt und einigermaßen Wertvoll erschien. Ein großer Rubin war in den vergoldeten Knauf des Schwertes eingelassen, der blutrot im Kerzen- oder Fackellicht schimmerte. Einen Rosenkranz mit einem silbernen Kreuz trug er um den Hals.

Der tiefe Bariton seiner Stimme brauchte nur wenig Lautstärke um sich Gehör zu verschaffen und man mochte sich nicht ausmalen, wie es war, wenn er sie im Streit oder gar im Kampflärm erhob. Die Aura, die ihn umgab, war die eines frommen und gläubigen Mannes, doch das Aussehen mochte insgesamt keinen Vertrauenserweckenden Eindruck machen.