Das Mitternachtsurteil [Prozess]

[November 16]

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Caterina
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Re: Das Mitternachtsurteil [Prozess]

Beitrag von Caterina » Mo 28. Nov 2016, 21:56

Würfelthread, Willenkskraftwurf: 2 Erfolge

Die Augen der Toreador wurden größer, als Angelique nach vor gerufen wurde. Was bezweckte die Drachin damit?
Nun endlich interessiert, lauschte Caterina den Worten. Als schließlich die so entsetzende Antwort des Mondkinds kam, musste die Sünderin an sich halten um nicht los zu kichern. Die kleine Himmlische konnte sich wahrlich Feinde schaffen.

Doch auf einmal sprang Gaius, nicht weit von ihr entfernt auf. Überrascht hörte die Mailänderin seine Worte und sein Zorn entfachte auch den der Toreador. Das Tier knurrte und dies entrang sich Caterinas Kehle. Sie wusste nicht genau warum, doch sprang die Mailänderin auf. Böse Blicke funkelten die kalte Drachin an, da war auch Matteo auf den Beinen und beschuldigte die seltsame Schattengestalt.

Irritiert blickte die Frau vom Vormund zum Ahn. Caterina verstand in ihrer Impulsivität nicht, auf was Matteo hinaus wollte, doch wurde auch sie lauter: „Was wird hier gespielt?“

1 Blutpunkt für Geschicklichkeit
"...Sendest noch sterbend Düfte uns zu
Rose, du Holde!
Leben und sterben will ich wie du..."
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Fabrizio
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Re: Das Mitternachtsurteil [Prozess]

Beitrag von Fabrizio » Mo 28. Nov 2016, 22:53

Und dann ging also alles seinen Lauf...

Inzwischen völlig entnervt musste Fabrizio ersteinmal feststellen, dass schon wieder Latein gesprochen wurde. Was für eine Missachtung! Kurz funkelten seine Augen böse, dann drehte er sich demonstrativ von Acacia weg während sie sprach und wandte sich stattdessen dem übersetzenden Ghul zu als wäre dieser sowieso viel wichtiger als sie.

Zu Melissa wandte er sich hingegen jedesmal wieder höflich um. Irritiert ob ihres merkwürdigen Verhaltens zwar, aber viel mehr irritiert warum hier jetzt auch noch Zeugen waren. Wie obszön und überflüssig, das absurde Gericht zeigte wieder sein Gesicht.

Inzwischen hatte er sowie bereits den Faden verloren, die seltsamen Argumente waren viel zu hoch für ihn und überhaupt war er sich garnicht mehr sicher ob sie überhaupt noch den selben Fall behandelten.

War er zwischendurch eingeschlafen bei diesem langweiligen Geplänkel oder warum stand da auf einmal Angelique als Pausenclown in der Mitte und sollte einen Witz erzählen? Sollte es nicht ursprünglich um den Gangrel da hinten gehen und sein Verbrechen? Kurz und schmerzlos?

Als Angelique eben noch so berührt von Alerio gesprochen hatte, ihrer liebe?, war sein Blick instinktiv beschämt zu Boden gewandert. Aber dann der Witz und sein Blick hob sich wieder gnadenlos.

Der Witz war gut, er hätte so gerne über ihn gelacht, das war genau sein Kaliber, er hatte schon über tausend schlechtere gelacht - aber hier ging es nicht um irgendeine billige Schlampe, hier ging es verdammt noch mal um DIE weiße Prinzessin!

Seine Hände krallten sich an den Tisch, doch ansonsten gelang es Fabrizio ersteinmal die Fassung zu bewahren.*1 Sollte das kleine Scheusal sich ruhig um Kopf und Kragen reden, schon recht!

Aber dann ergriff der große Il Paladino das Wort in seiner Muttersprache und traf damit meisterlich den offen im Raum liegenden Nerv!
Auch Fabrizio riss dieser Sturm mit, fast zeitgleich mit Matteo erhob auch er sich in leidenschaftlichem Erstaunen. Doch ohne dass ein Stuhl kippte oder er sich zu spontanen Äußerungen hinreißen ließ. Vielmehr stand er fiebrig aufgeregt vor dem Kommenden.*2

---
*1: Selbstbeherrschung (6 + 3 + 2 + 4) 1 Erfolg
*2: Willenskraft (4 + 9 + 4 + 9 + 10 + 10 + 9) 5 Erfolge

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Toma Ianos Navodeanu
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Re: Das Mitternachtsurteil [Prozess]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Di 29. Nov 2016, 11:52

Nachdem der Toreador neben ihm plötzlich aufsprang und anklagend auf den Ahn der Lasombra zeigte, schnellte auch Toma hoch, der ohnehin schon aufgekratzt war und zischte den Liktor an:
"Seid ihr des Wahnsinns?!"
Waren denn alle irre hier? Er musste irgendwas verpasst haben oder warum schien es eine gute Idee beide Ahnen zu reizen?

"Habt ihr denn alle den Verstand verloren?"
rief er nun etwas lauter und seine Augen legten sich auf Melissa, Angelique, aber auch Gaius.
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Titus
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Re: Das Mitternachtsurteil [Prozess]

Beitrag von Titus » Di 29. Nov 2016, 23:31

Bisher war Titus ein Fels der Ruhe gewesen. Während der ganzen Verhandlung hatte er aufrecht auf seinem Platz gesessen. Übersetzer brauchte er nicht, er war sowohl der alten als auch der neuen Sprache mächtig. Als Melissa Angelique als Zeugin aufrief, verfinsterte sich das bleiche Gesicht des Kappadozianers ein wenig, doch abgesehen davon ließ er sich nichts anmerken. Auch als dieser Scherz vorgetragen worden war legte sich lediglich sein stummer, aber schwerwiegender Blick auf Melissa und Angelique. Ein kurzen Seitenblick riskierte er in Richtung der Prinzessin, als schon Gaius das Wort ergriff. Seine flammende Rede ließ das sonst so kalte Herz des Kriegers des Todes keineswegs unberührt. Im Gegenteil, tief in ihm erweckte er einen Zorn, den er im ersten Moment mit aller Macht seines Willens zu unterdrücken versuchte, doch jedes der Worte, die Gaius sprach entfachten ihn noch mehr, denn jedes Wort führte ihm vor Augen, was da gerade geschehen war.

[dice seed=7151 secure=714a34ea_0]6d10[/dice] + WK

Zwei Kainiten, Wandler auf dem Via Caelis, die eine vielleicht etwas mehr verantwortlich als die andere...doch beide lieferten ein Beispiel, das jeden Himmlischen beschämte und diese Scham wandelte sich bei Titus in Zorn. Ansehen und Respekt, aufgebaut über Dekaden drohte durch dieses peinliche Schauspiel zu zerspringen, wie ein Tonkrug, der gegen eine Wand geworfen wurde.

Mit einem Ruck erhob er sich so plötzlich und unvermittelt, dass sowohl der Stuhl hinter ihm klappernd auf dem Mamorboden kippte aber auch der Tisch an dem er saß krachend einen Satz nach vorne machte. Mit einer Wut im Gesicht des Kappadozianers, die an ihm nur wenige gesehen hatte starrte er Melissa und Angelique an. Seine Hände waren zu Fäusten geballt und mit donnernden Worten stimmte er in den aufbrausenden Tumult ein.


"Was, in Gottes Namen, ist in Euch beide gefahren?"

Das Blut rauschte durch seine Adern, angefacht von dem Zorn und der zunehmend agggressiven Stimmung um ihn herum.

[2 BP in Widerstand, 1BP Körperkraft]
Todesqualen, Gott, jedem Ketzer, den ich sehe
Denn dein Wille geschehe
und ungebeugt, bis zum jüngsten Gericht
tu ich gottergeben meine Pflicht

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La Vedova
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Re: Das Mitternachtsurteil [Prozess]

Beitrag von La Vedova » Mi 30. Nov 2016, 17:17

Die rothaarige Nordländerin hatte den Prozess mit Interesse verfolgt. Immer wieder wanderte ihr Blick über die Reihen der Anwesenden, versuchte in ihren Reaktionen zu lesen. Unter ihrem dunklen Schleier hindurch betrachtete sie auch den Ahn in der letzten Reihe unauffällig, genau wie Melissa und die Zeugen. Auch wenn diese Art des Gerichtes für die befremdlich war, so ließ sie sich keine Verwunderung anmerken.

Als die kleine Angelique befragt wurde, richtete sie sich noch ein Stück weiter auf, betrachtete das so begabte wie auch naive Geschöpf dort vor ihnen. Dann ging es viel zu schnell. Melissas Frage, und dann..Angeliques Antwort. Fassungslos sah sie sich das Schauspiel an, denn als genau ein solches erschien es ihr bis zu dem Augenblick als Gaius neben ihr aufstand.
Alles in ihr wollte ihn zurückhalten, doch die rührte sich nicht als er begann zu sprechen. Sie presste ihre Lippen aufeinander, versuchte in Mimik und Körpersprache die Reaktionen der anderen zu lesen, vorauszuahnen…Angelique wie ein Häuflein Elend, Melissa als gleichgültige Vollstreckerin, die anderen so still, regungslos, die hämischen Nonnen, ein Zucken und unterdrückter Zorn bei Matteo, und dann Gaius neben ihr, so laut, so hart in seinen Worten und doch weich in seinem Herzen.
Kurz flammte ihre Zuneigung zu ihm auf, wie er ritterlich das ewige Kind und ihre neue Herrin vor sich verteidigte.

So viele Gedanken schossen der Witwe durch den Kopf. Sorge um Angelique, Sorge um ihren Gefährten, der gegen das Protokoll verstieß und sich damit selbst in Gefahr begab, Unverstehen darüber warum Melissa diese Frage gestellt hatte. Melissa hatte doch nichts von all dem? Warum sollte sie Angelique derartig angreifen? Es ergab keinen Sinn…
Doch Gaius, wie recht er doch hatte mit einen Worten! War er denn der einzig rechtschaffene hier, der einzige ohne Falschheit auf den Lippen, mit klarem Blick?
Die Rothaarige nickte zustimmend, als er weiter sprach, Melissa anklagte.
„Sie schärft ihre Zunge wie eine Schlange, Otterngift ist unter ihren Lippen…“, zischte sie erboßt, rümpfte ihre Nase, sah sich aufgebracht im Saal um „Wo sitzt die falsche Spinne? Sie achten alles für nichts und reden viel übel und lästern hoch her…“
Bei den letzten Worten Gaius war sie aufgestanden, hatte seinen Arm gegriffen.Er hatte Recht, Melissa musste von allen guten Geistern verlassen sein!

Da hörte sie von der Seite die zustimmenden Worte des Nosferatu, sah die anderen furchtvoll und verärgert, hörte einen Stuhl fallen, Caterina fragen, Titus donnernd rufen, Matteo deuten…auf den Ahn.


Intelligenz + Gewahrsein [dice seed=11824 secure=b47667a4_0]4d10[/dice]2Erfolge



Etwas war faul und stank gewaltig. Ihr Blick glitt über die marmorne Prinzessin zu dem hämischen Ahn im Schatten, zu Maximilianus, Benedetto und Godeoc.
„Wo ist die Spinne…“, beinahe spuckte sie die Worte aus. Ohne den Schleier zu lüften, beugte sie sich zu Gaius und flüsterte ihm ein paar wenige Worte ins Ohr.
"Jemand…une araingée ist im Raum...", ihr zornigerBlick fiel wieder auf Melissa. Sierichtete all ihre Sinne auf die Anklägerin und versuchte, deren Gefühle zu erhaschen.

Auspex II
6d10 => 7, 4, 8, 7, 10, 7 => 43
+1WP 3Erfolge



___________________________

Willenskraft [dice seed=2228 secure=6fdfc420_1]6d10[/dice] 3 Erfolge
Zuletzt geändert von Toma Ianos Navodeanu am Mi 30. Nov 2016, 17:41, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: doppelter Satz

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Il Canzoniere
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Re: Das Mitternachtsurteil [Prozess]

Beitrag von Il Canzoniere » Do 1. Dez 2016, 13:11

Auch die anderen Kainten ließen die in heißem Zorn geredeten Worte Gaius nicht unbeirrt. Und wo Furfur noch grimmig dreinblickend die Hände vor der Brust verschränkte, Godeoc beinahe amüsiert den Kopf zur Seite drehte um nicht unangenehm in den Fokus der beiden Alten zu geraten oder Benedetto mit wissbegierigem Blick den Kopf hin und herschwenken ließ um auch ja keine Kleinigkeit dieses ungewöhnlichen Szenarios zu verpassen, da hatte sich der bleiche Seneschall, direkt links neben der weißen Prinzessin erhoben. Niemals hatte man ihn so wütend gesehen. Zwar glich das Gesicht noch immer einem glatten Marmorboden, jedoch zitterten seine Hände leicht und aus seinen haselnussfarbenen Augen schienen Funken zu sprühen. Die Verletzung des heiligen Protokolls, vor Fürsten und ehrwürdigen Gästen schien ihn mehr noch zu erzürnen als dieser Witz oder das laute Vortragen dessen. Auch wenn sowohl Melissa als auch Angelique der Meinung waren für diese Schandtat noch teuer bezahlen zu müssen.

"GAIUS." brüllte er mitten in eine Wortsalve Ferrucios hinein, der ebenfalls aufgesprungen war und Angelique scholt mit ihren Worten die gottgegebene Ordnung zu untergraben. Gleichzeitig huschten schwarze Schemen über den Fußboden verzerrte Abbilder von Gestalten, Schwärme von fledermausartigen Wesen verdunkelten die Wände. Und auch wenn der Seneschall nicht Ausgangspunkt dieser umhergreifenden Schatten war, artikulierte seine bedrohliche Stimme das Szenario bestens:

Als er sich sicher sein konnte das er die Aufmerksamkeit der anderen hatte, folgte etwas leiser, jedoch immer noch klar und deutlich: "Vergonzo. Matteo. Caterina. Fabrizio. Toma. Titus. Ferrucio. Setzt euch! Was glaubt ihr wo ihr seid? Ihr beschämt uns alle mit eurem bäuerischen Gehabe. Das wird Konsequenzen nach sich ziehen." bei den letzten Worten hatte er - wie durch Zufall - Matteo angesehen, nachdem er einen besorgten Blick mit Acacia gewechselt hatte.

Und auch wenn man beinahe der Meinung war das sich die Aussage Maximinianus irgendwie auf etwas anderes - vielleicht sogar auf Brimir bezog - gemünzt zu sein schien, machte eine wesentlich rauere Stimme, die sich von rechts zu der des Ventrues gesellte, etwas völlig anderes daraus: "Da wäre ich gerne dabei." Das italienisch Lydiadas war ein wenig eingerostet, wie es schien und hatte einen eigenartigen Klang, dennoch war das flackernde Wispern der Stimme nichts was man wirklich mit einem Kehlkopf schaffen könnte. Solche Geräusche mussten auf anderem Weg in die Stimme des Alten gekommen sein. Das Lächeln war vom Gesicht des Alten gewichen, während er Matteo mit dem Blick gefangen hielt. Für jeden ersichtlich neigte er sich leicht zur Seite und flüsterte der weißen Prinzessin links neben sich etwas zu.

Diese hatte mit versteinerter Maske dagesessen. Als ob die Worte Angeliques nicht das schlimmste waren was sie je über sich ergehen lassen musste. Dennoch war es untypisch für sie, das wussten die zu sagen die sie schon länger kannten... und die einen Blick auf den Allesfresser erhaschen konnten, eine Hand am Schwert, die andere an einer Tür hinter der zweifelsohne Bewaffnete lauerten.

Einige Momente verstrichen, dann blickte sie Matteo an. Mit mühsam unter Kontrolle gehaltener Stimme sprach sie die folgenden Worte: "Ihr seid von eurer Pflicht als Geschworener entbunden." mit einer dazu passenden Geste bat sie ihn auf der anderen Seite Platz zu nehmen. Ersatz schien es keinen zu geben.

Neben ihr begann Lydiadas erneut zu lächeln. Sein Blick traf Acacia. Er zwinkerte ihr zu.

Auch Aurore wandte sich an ihre Hüterin. "Bitte fahrt fort." während sich Maximinianus langsam wieder setzte.

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Acacia
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Re: Das Mitternachtsurteil [Prozess]

Beitrag von Acacia » Do 1. Dez 2016, 13:51

Sie lauschte aufmerksam den erneuten Fragen der Tzimisce. Diesmal jedoch mit deutlich mehr Aufmerksamkeit in Richtung ihrer Konkurrentin. Immerhin agierte diese alles andere als vorhersehbar, auch wenn sich ein eiskalter Verdacht in ihr ausbreitete. Dennoch tat oder sagte Acacia nichts um die andere Frau zu unterbrechen und auch als diese erneut den Allesfresser befragte und dieser danach zu Acacia blickte, schüttelte diese nur leicht den Kopf.
Die Berufung Angeliques als Zeugin löste lediglich eine gehobene Braue bei Acacia aus, passte es doch zu dem erratischen Muster, welchem Melissa scheinbar folgte. Und doch zeichneten sich die scheinbar so zufälligen Linien deutlich in ihrem Verstand ab und für einen kurzen Moment fiel der Blick der Lasombra auf den Tisch, an dem Ahnen und hohen Würdenträger der Stadt saßen. Dann jedoch konzentrierte sie sich wieder ganz auf die Befragung der Zeugin. Doch erst als Angelique ihren Witz wiederholte, kam ein wenig Bewegung in die schöne Lasombra. Ihre Schultern versteiften sich und ihr Rücken wurde vielleicht noch etwas steifer, während der Blick aus den tiefschwarzen Augen auf Angelique gerichtet blieb und Zorn in den lichtlosen Tiefen loderte. Dennoch hatte sie damit gerechnet und ihren Willen gegen diese Provokation gestärkt.
[dice seed=46366 secure=a6d35ea9_0]4d10[/dice] + WK = 2 Erfolge

Gerade wollte sie ansetzen um die schreckliche Verleumdung aus der Welt zu schaffen, als hinter ihr die Stimme Gaius erklang. Der Kopf der Lasombra flog herum und mit jedem Wort, welches der wütende Krieger für die Ehre ihrer Prinzessin sprach, zeichnete sich mehr Verachtung auf den wie gemeißelt wirkenden Zügen der Lasombra ab. Doch richtete sich ihr Blick zu keinem Zeitpunkt auf die von Gaius Angeklagte oder gar auf Angelique. Ihr Blick blieb unverändert auf dem Vampir hängen, der gerade mit seiner Kurzsichtigkeit ihre gesamten Pläne zu Asche verbrannte und alles nur noch schlimmer machte.
Doch sollte es noch schlimmer kommen, als es sowie so schon war und für einen Moment schloss die Lasombra die Augen, während der Sturm der Entrüstung über dem Raum zusammenbrach. Ihre Finger schlossen sich fester und fester um das Holz des Stehpults, an dem sie stand, während sie um ihre Fassung rang. Später würde man deutliche Abdrücke ihrer schlanken Finger in dem Holz finden.
[dice seed=37786 secure=fcf2a76a_1]7d10[/dice] +WK = 5 Erfolge

Erst als Maximinanus Stimme wie eine Peitsche durch den Saal knallte und die wild gewordenen Kainiten zur Räson rief, öffnete sie wieder ihre Augen. Für einen Moment trafen sich der Blick der Lasombra und des Ventrue und ganze Gespräche schienen zwischen denen, die schon so lange verbündet waren, ausgetauscht zu werden. Ein leichtes Kopfneigen ihrerseits schien dem Ventrue irgendetwas zu sagen, während er weitersprach. Keinen Blick hatte sie mehr für die Gescholtenen übrig, sondern richtete ihre Aufmerksamkeit auf die beiden Ahnen. Als Lydiadas ihr zuzwinkerte, neigte sie erneut leicht den Kopf und für einen Moment stand so etwas wie Anerkennung auf ihren Zügen. Bei ihren nächsten Worten war ihr Blick immer noch auf Lydiadas gerichtet. „Ja, meine Prinzessin.“

Ganz der dienstbare Geist drehte sie sich zu Angelique und musterte diese aus mitternachtsschwarzen Augen für einen Moment, ehe sie mit ihrem Teil der Befragung begann.
Wir sind wie Eisblumen, wir blühen in der Nacht. Wir sind wie Eisblumen viel zu schön für den Tag.
Wir sind wie Eisblumen, kalt und schwarz ist unsere Macht.
Eisblumen blühen in der Nacht.

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Re: Das Mitternachtsurteil [Prozess]

Beitrag von Angelique » Do 1. Dez 2016, 17:25

Angelique wusste nun wie der HErr Jesus Christus sich gefühlt haben musste, als er dem heidnischen Pöbel Jerusalems vorgefährt worden war.
Oder wie Malkav sich gefühlt haben musste, als er vor KAin seine verhängnissvollen fragen stellte.

Sie, die niemals gerne im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit aller stand, war in den Zeugenstand gerufen worden. Zeugnis abzulegen, war eine heilige Sache, das wusste sie. Also hatte sie die Wahrheit gesagt, obwohl es ihr damals schon dumm vorgekommen war.

Der Zorn, der in ihr wuchs, wurde auch noch angefacht, als ausgerechnet Gaius sie scholt. Mühsam kämpfte sie mit sich, den Blick gesenkt, scheinbar demütig. In Wirklichkeit aber sollte niemand ihre brennenden Augen sehen. Sie würde wahrscheinlich gleich zerissen werden, da wollte sie nicht mit trotzigem Fauchen die Mörder anheizen.

Als aber die rhetorische Macht des Salubri den Volkszorn der versammelten Meute auf Melissa lenkte, wirklich nach allen Regeln der sieben Künste, wurde sie ebenfalls auf diese zornig. Und nur ihre Willenskraft ließ sie die zusätzliche Demütigung ertragen.

Gleich wirst du Märtyrerin, dachte sie sich, eine Märtyrerin verzeiht ihren Peinigern!
Sie war völlig verwirrt, verstand weder die Vorgeschichte all dieser byzantinischen Intrigen, noch die politischen Ränke, die just gesponnen oder zerrissen wurden. Sie sah nur, wie die Fassade der zivilisierten Monster zerbröckelte und WahnsinnPlatz machte, besonders erschreckend und beeindruckend bei so kühlen Männern wie Gaius, Matteo, Titus und , oh göttliches Wunder, sogar beim Senechall, den sie nie dazu fähig gehalten hätte. matteo schien völlig durchzudrehen und unvermittelt einen Ahnen mit Worten zu kasteien. Fabrizios dämonischen Schatten flatterterten durch den Raum. Und Caterinas teuflisches Kirchern hallte in ihren Ohren.

Und hinter dem Vorhang, den ihre dunklen Locken demütig vor ihrem Gesicht legten, grinste sie wölfisch.
Malkav selbst grinste durch sie. Ohne die Disziplin des Irrsinns anzuwenden, hatten wenige Worte DAS hier bewirkt!

Der zerbrochene Zerrspiegel wurde gnadenlos den Hohen Klans vorgehalten, die Wahrheit lag nackt und bloß vor ihnen.

Doch, bevor wie Malkav oder Orpheus auch sie und Melissa den Zorn der dummen, kreischenden und enthemmten Masse zu spüren bekamen, verebbte des Irrsinns Macht.

Überrascht, ja bewundernd sah sie Aurore an, die mit wenigen Worten Ordnung in den brabbelnden Auswurf Babels brachte. Ja, sie war wahrlich wie eine alte Kaiserin der Heiden! Gebt des Kaiser, was des Kaisers ist! Ferrucios närrisches Gefasel von der GÖttlich gewollten Ordnung ergab plötzlich Sinn. GOtt wollte aus unverständlichen Gründe, dass die ihn leugnende Götze hier herrschte.

Als Acacia sie ins Verhör nahm, war sie wieder völlig ruhig und konzentriert
"I'm a mighty thesaurus! Rawr!"

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Re: Das Mitternachtsurteil [Prozess]

Beitrag von Acacia » Do 1. Dez 2016, 19:05

Absichtlich ließ sie ein wenig Stille in den Saal einkehren, damit ein jeder sich sammeln konnte, während ihr Blick sich langsam ein wenig aufwärmte und die Aufgebrachtheit und vor allem die Verachtung daraus verschwand. In der Tat brachte sie sogar ein Lächeln auf ihre Lippen, welches sie gnadenvoller wirken ließ und nicht wie ein Monster aus der Nacht, das gekommen war um die arme, kleine Angelique zu fressen. „Werte Angelique hast du eine Idee warum die werte Anklägerin gerade dich als Zeugin hören wollte?“, erkundigte sie sich freundlich, aber dennoch recht neutral.
"Ich habe keine Ahnung, ehrlich."
Sie nickte bestätigend und ohne jede Verurteilung in der Mimik. "Glaubst du, dass es bessere Leumunde für den ehrenwerten Brimir als deine Person gibt?"
"Das weiß ich nicht. Ich sage doch nur meine Meinung: Brimir trägt sein Herz auf der Zunge....wenn er denn redet."
Ein paar feine Falten erschienen auf der glatten Stirn der Lasombra und sie nickte. "Niemand verurteilt dich dafür die Wahrheit zu sagen wie schmerzhaft sie auch immer sein mag. Kannte dein geliebter Freund Alerio Brimir besser als du?"
Angelique nickte auf die Frage Acacias. "Ja, ich dachte anfangs sogar, ihr Band sei von einer Natur, die die Liebe einer Frau nicht überwinden können würde. Es war aber ein väterliches Band oder das eines älteren Bruders, der den jüngeren unterwies."
Für einen Moment blinzelte Acacia bei der Erwähnung der 'Liebe einer Frau', doch hatte sich die selbstbeherrschte Lasombra schnell wieder im Griff. "Denkst du, dass Brimir, so wie Melissa es schildert, von seinem Tier beherrscht wurde und er nicht klar denken konnte?"
"Das Biest ist ein Teil des Abgrunds, der mit jedem von uns aus der Tiefe des Todes emporkam. Die Ascomannen sind als Heiden dem Dämon näher. ich glaube, dass er nicht klar denken kann, sondern das Denken der Dämon übernimmt. Anders als die, die den Dämon nicht als Stimme hören, glaube ich hat Belial Brimr Lenkung gegeben im Kampfe."
"Glaubst du, dass Brimir ebenso wie die Geißel Genuas, die vier der tödlichen Assamiten erjagt hat, nicht nach den Gesetzen Kains, unser aller Vater, handeln, weil sie dem Tier anders begegnen, als die, die es mit Gottes Stimme versuchen?"
"Ich glaube nicht, denn die Stimme des Biests ist die, die im Blute KAins lebt, das in uns allen fließt. Wie können wir der Stimme des Blutes nicht gehorchen?"

Die Verteidigerin nickte leicht zu den Worten des Kindes Malkavs und schien für einen Moment zu überlegen, ehe sie weitersprach. "Aus welcher Domäne stammst du Angelique?"
"Der Bischofssitz Arles, Herrin."
"Ist es dort üblich, dass die Kinder Malkavs Narrenfreiheit besitzen und dort Dinge über den Herrscher sagen dürfen, die in anderen Domänen als vollkommen unangemessen angesehen werden?"
"Es gibt neue Wege der Sterblichen, die großen Angklang und Nachahmung an den Höfen der Liebe finden. Kinder Malkavs oder der Nesiferu aber auch Poeten der Kinder Arikels ersinnen Possen und Scherze, die den Herrschenden Kritik geben, die nur Närrische zu geben wagen, damit sei unterhalten werden, aber auch überlegen ob sie fern von Lob Schwächen erkennen und ausbessern können. Beratung für die, die fehllos sein müssen."
Sie nickte bedächtig. "So glaubtest du, bis der ehrenwerte Brimir dich korrigierte, dass jener Haltung auch in dieser Stadt gefröhnt wird?"
"Ja", sie nickte scheu und schuldbewusst. "Ich weiß, dass Unwissenheit nicht vor Strafe schützt"
"Hat nach dieser Korrektur jemals wieder ein derart lästerliches Wort deine Lippen verlassen?" In den nachtschwarzen Tiefen ihrer Augen lag Gande und ihre Mundwinkel hoben sich in einer beruhigenden Geste. Nichts an ihr wirkte als wolle sie der Malkavianerin etwas Schlechtes.
"Natürlich, ich habe meiner Meinung Lauf gelassen im Angesicht der weißen Princeps, aber es war nicht lästerlich! Sie ließ mir in ihrer Gnade meine Existenz!"
Sie nickte leicht. "Ich danke dir, Angelique." Ihr Blick wanderte zu Melissa, die jedoch scheinbar keine Fragen mehr hatte, so dass Angelique sich wieder setzen konnte.
Wir sind wie Eisblumen, wir blühen in der Nacht. Wir sind wie Eisblumen viel zu schön für den Tag.
Wir sind wie Eisblumen, kalt und schwarz ist unsere Macht.
Eisblumen blühen in der Nacht.

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Matteo
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Re: Das Mitternachtsurteil [Prozess]

Beitrag von Matteo » Do 1. Dez 2016, 22:52

Matteo verbeugte sich tief in Richtung seiner Herrin, der Prinzessin, und schritt voller Würde von seinem Platz bei den Geschworenen hinüber zu den Rängen des Publikums.
Dort drehte er sich um, schenkte Acacia einen bedauernden, Melissa einen mitleidigen und Gaius einen grimmig-wissenden Blick, bevor er etwas abseits demütig auf die Knie ging. So würde er verharren bis der Prozess vorbei wäre und vielleicht noch darüber hinaus.
"Die Sonne lehrt alle Lebewesen die Sehnsucht nach dem Licht. Doch es ist die Nacht, die uns alle zu den Sternen erhebt." - Khalil Gibran

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