Die Etikette

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Toma Ianos Navodeanu
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Die Etikette

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Di 18. Okt 2016, 16:08

In jeder Gesellschaft müssen die Mitglieder dieser irgendwie miteinander auskommen, wenn sie das selbe Umfeld teilen. So auch bei Vampiren. Auch die Untoten haben gewissen Regeln, die ein höfliches Miteinander ermöglichen. Die sogenannte Etikette:
...sie schützt uns. Sie bewahrt uns davor jedes Mal wenn wir auf einen der unseren Treffen ein Blutbad anzurichten. Sie setzt Normen innerhalb deren man sich bewegen kann und zeigt anderen damit seine Absichten.
Die Grundlagen der Etikette sollte jeder Kainit von seinem Erzeuger gelehrt bekommen und entsprechen einem Punkt in Etikette [Frage an SL: ja oder mehr Punkte?]:


1. Verneigung: Je nachdem wem man gegenüber steht, hat man sich in einem bestimmten Winkel zu verneigen. Für Neonaten gilt:
Kurz gesagt:
Neonate = leichtes bis tiefes Nicken
Ancilla = Verneigung
Ahn = tiefe Verneigung
Prinz Ancilla = Ein Knie auf den Boden
Prinz Ahn = Beide Knie auf dem Boden, Kopf gesenkt.

Für Kinder gilt die jeweils nächst höhrere Stufe zu nehmen.

Ausführlich:
Zur Begrüßung reicht ein Nicken in der Regel aus, solange es sich um statusgleiche handelt. Auch überhaupt keine Geste oder nonverbale Begrüßung ist akzeptabel, wenn auch nicht unbedingt freundlich. Eine einfache Verneigung ist einem Ancilla angemessen, in der Tiefe je nach dem eigenen Stand und dem des Ancillas variierend. Begrüßt ihr einen Ahnen verneigt ihr euch tief, auch ein Knie auf dem Boden kann unter bestimmten Umständen nicht schaden. Vor Prinzen setzt ihr mindestens ein Knie auf den Boden, sollte der Prinz Ancilla sein. Ist er Ahn dann beide, ist er mächtig, dann legt ihr das Kinn auf die Brust und zeigt ihm den Nacken.
Zur Vorstellung ist es üblich, wenn auch nicht in jedem Falle notwendig die eben geschilderte Form in der jeweils darüber liegenden Variante zu wählen. Wenn ihr also einen statusgleichen trefft reicht euer mögliches Spektrum von deutlichem Zunicken bis leichter Verneigung.

2. Begrüßung: Je nach Gegenüber wird dieser anders begrüßt. Für Neonaten gilt:
Kurz gesagt:
niedrigerer Rang = werter oder keine Anrede
gleicher rang = werter
höherer Rang = wohlwerter
Ancilla = verehrter
Ahn = sehr verehrter
Prinz = Höchst verehrter

Für Kinder gilt die jeweils nächst höhrere Stufe zu nehmen.


Ausführlich:
Die korrekte Anrede - im schriftlichen - für einen Neugeborenen gleichen Status ist werter. Für diejenigen unter euch könnt ihr dies weglassen, wenn ihr ihnen deutlich machen wollt das ihr nicht zum Scherzen aufgelegt seid. Für die über euch benutzt ihr wohlwerter. Ancilla sprecht ihr mit verehrter, Ahnen mit sehr verehrter und Prinzen mit höchst verehrter an.
Zur Begrüßung braucht ihr außerdem nicht euren kompletten Namen, samt Status, Clan und Linie nennen, nur zur ersten, persönlichen Vorstellung. Hier sind die Angaben jedoch Pflicht. Außer ihr traut eurem Gegenüber nicht, dann nennt ihr lediglich Name, Clan und Status.
Für das Spiel ist das alles keine Pflicht. Ihr könnt andere Charaktere begrüßen wie es euch beliebt, nur solltet ihr auch damit rechnen, dass der ein oder andere beleidigt darauf reagiert.


Den Rang ermitteln:
Den Rang eines Kainiten zu ermitteln ist eine Wissenschaft für sich. Sie hängt von erstaunlich vielen Faktoren ab deren Wichtigkeit je nach Prinz variiert. Die Faktoren die man als allgemein anerkannt betrachten kann sind, in nach Wichtigkeit absteigender Reihenfolge: Status, Amt, hoher oder niederer Clan, Ahnenlinie, Status des Erzeugers solange dieser nicht vernichtet wurde, Alter, Clan des regierenden Prinzen und persönliche Errungenschaften und Macht. Daneben spielt es eine Rolle wo das Aufeinandertreffen stattfindet. Gastgeber und örtliche Lehen- oder Domäneninhaber genießen auf eigenem Territorium einen Rangbonus.

Quelle: http://genua-bei-nacht.boards.net/threa ... -angelique
"Messer rein...Gedärme raus...Messer rein...Gedärme raus..."

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Brimir
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Das OT der Etikette

Beitrag von Brimir » Do 24. Aug 2017, 23:37

Mein Kind. Du fragst mich was Etikette ist?
Sie ist das Schwert mit dem ich so manchen starken Krieger und tollkühnen Helden erschlug, der sich in diese heilige Halle wagte und nicht bereit war für das, was ihn hier erwartete.

Etikette ist die Luft, die unsere toten Körper durchströmt und uns ermöglicht zu überleben. Sie ist das Feuer, das ein Schiff braucht, um nicht vom Kurs abzukommen. Sie ist das Kleid, das einen Bettler im Elysium zum König macht… oder einen König zum Bettler.

Etikette ist die Musik zu der wir tanzen. Doch wenn du den Takt verlierst und über deine eigenen Füße stolperst, tanze ich weiter; beobachte dich. Ich merke mir was passiert ist und eines Tages finden meine Worte über dein Versagen beim Tanz die richtigen Ohren.

Atme sie ein und dann lasse sie über dich hinaus wachsen, denn sie macht dich größer, als du es ohne sie jemals werden könntest.

Lucia Russo, Ancilla der Toreador, Harpie von Locarno


Wikipedia sagt: Etikette ist ein Verhaltensregelwerk, welches sich auf [...] traditionelle Normen beruft und das die Erwartungen an das Sozialverhalten innerhalb gewisser sozialer Kreise beschreibt.
Jeder von uns kennt diese Dinge aus dem Alltag - manchen von uns scheinen sie wohlmöglich antiquiert: man steht auf, wenn ein Älterer den Bus betritt, man sagt Danke und Bitte, man sagt seinem Chef nicht, dass er ein Idiot ist – man denkt es vielleicht, aber man spricht es nicht aus; zumindest, wenn man seinen Job behalten möchte.

In unserer heutigen Welt ist die Etikette ein Luxus: ein „kann man machen, muss man aber nicht“. Sie ist ein optionales Verhalten im gemeinschaftlichen Miteinander. Zurzeit ist es Gewohnheit sich nicht den gesellschaftlichen Gepflogenheiten entsprechend zu verhalten, sofern man sich innerhalb der gesetzlichen Grenzen befindet, ohne dass man ernste Konsequenzen befürchten müsste. Tatsächlich besitzt ein solches Verhalten aktuell eine Art von „Außenseitercharme“; Individualität ist gut und alternativ sein modern.

In der kainitischen Welt, wie sie sich diese Chronik vorstellt, ist es das nicht. Hinzu kommt, dass es im Mittelalter vollkommen normal war einem Herren zu dienen und Aufmüpfigkeit mit körperlicher Gewalt oder Entzug von Rechten zu bestrafen. Der Adel hat sich sein gottgegebenes Recht zu regieren nicht vom Volk nehmen lassen und das Volk war viel zu ängstlich, um sich dem zu widersetzen.

Der eigentliche Zweck der Etikette ist die Erleichterung der Kommunikation und die Verhinderung von Missverständnissen. In der kainitischen Gesellschaft, die viel starrer und hierarchischer ist als die Menschliche, erscheint es mehr als logisch, dass sich einige Grundregeln, auf denen die Etikette basiert, als allgemeingültig durchgesetzt haben und von den Ahnen und Harpyien (teilweise rücksichtslos) überwacht werden.

Gerade wenn so viele verschiedene Personen aus unterschiedlichen Zeiten und Kulturen zusammentreffen, die in Konkurrenz zueinander stehen, ist es mehr als notwendig, eine neutrale Verhaltens-Basis zu finden, damit es nicht zu Missverständnissen kommt, die unter Umständen zu schweren Eskalationen führen würden.

Somit dient Etikette in der kainitischen Gesellschaft als ein Geflecht von imaginären Ketten, die dafür sorgen, dass sich die Raubtiere (die Vampire ja sind) nicht gegenseitig ins Gehege kommen.

Man muss davon ausgehen, dass die Grundzüge zur Allgemeinbildung und Grundausbildung nahezu jedes Kainskindes gehört, die jeder Schöpfer seinem Kind beigebracht hat, um es für den Umgang mit anderen Kainiten zu wappnen. Dies gilt speziell für die hohen Clans - insbesondere für Toreador und Ventrue ist das Wissen um Etikette kein kann sondern ein MUSS um zu überleben (und selbst Ghule dieser Clans lernen diese Regeln - oder sterben ganz schnell).

Hält man sich an diese Grundprinzipien, so kann man sich – auch in Anwesenheit von Ahnen - relativ sicher auf dem gesellschaftlichen Parkett bewegen.

Diese erlernten Grundlagen bedeuten jedoch nicht, dass auch die Feinheiten, welche über das Grundlegende hinausgehen, überall identisch sind. In diesen kann es durchaus Unterschiede geben und die sind manchmal so individuell wie die Person, mit welcher man interagiert oder in Fällen von anderen Domänen wie die Personen, die sie geprägt haben.
Auch wenn die Etikette augenscheinlich gerade den jüngeren „viel“ abverlangt, so sind es gerade die allgemeingültigen Regeln welche ihnen die Möglichkeiten bieten sich innerhalb einer raubtierhaften Gesellschaft zu bewegen zu können ohne dabei Gefahr zu laufen von einem Fettnäpfchen ins nächste zu treten. Innerhalb der Gesellschaft wird das Verhalten und gerade das jüngerer immer genauestens beobachtet und bewertet werden.

Die Fähigkeit zu solcher Einschätzung gewinnt man erst durch Erfahrung und gute Beobachtung. Deshalb sollte und darf ein Kind oder ein ungeübter Neugeborener sich nicht scheuen, seinen Schöpfer oder Mentor zu fragen, wie er sich zu verhalten hat, wenn er unsicher ist. Auch ein versierter Ancilla, dem am korrekten Verhalten der anderen etwas liegt, sollte für eine solche Auskunft keinen oder nur einen SEHR kleinen Gefallen einfordern.

Warum also knien wir vor den Ahnen und schweigen bis Ältere uns erlauben, zu sprechen? Weil wir in einem System leben, in dem die Alten herrschen und die Jungen folgen; in dem die Alten die Macht dazu haben uns dazu zu zwingen. Es geht hier aber vor allem um einen Kernpunkt: Respekt. Respekt gegenüber den Älteren, gegenüber jenen, die sich für das System, in dem sie existieren verdient gemacht haben.

- oder: warum sollte sich mein Charakter IT an die Etikette halten?

Das Wichtigste: ein gutes Benehmen ist der schnellste Weg um Akzeptanz bei den Alten zu erlangen. Wenn man sich an (ihre) Regeln hält ist dies ein Zeichen das man dazu bereit ist auch in anderen Dingen nach ihrer Pfeife zu tanzen; Etwas das die Alten über alle anderen Dinge schätzen. Und so kommt es das das Wort eines Neugeborenen, der sich zu benehmen weiß, viel eher akzeptiert wird, als das Wort Desjenigen, der großspurigen Auftritt liebt und glaubt ihm gehöre die Welt. Wer nur an der Tür klopft, um sich die Schuhe abzuklopfen zeigt lediglich das seine Erziehung vernachlässigt wurde. Und wenn dies schon bei solch grundlegenden Dingen passiert ist, was mag dann nicht sonst noch alles schief gegangen sein? Wenn ich also als Neuling in der Gesellschaft der Nacht weiß, wie ich Hindernisse (die Alten) umgehen kann, indem sie mich akzeptieren, werden mir viel weniger Steine in den Weg rollen, als wenn ich sie (womöglich auch nur aus Versehen) beleidige. Fazit: Ich steige die soziale Leiter schneller empor als Andere und komme in den Genuss mannigfaltiger Vorteile. Für eine einfache Verneigung und über die Jahre verteilten Respekt kommt man so an Ansehen, Ämter, Jagdgebiete oder anderweitige Vorteile.
"Eines Jeden Rücken ist ungeschützt, es sei denn, er hat einen Bruder."
Grettirs Saga

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