[1003] Angemessene Entscheidungen des Gewissens [Brimir, Seresa, Titus]

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Seresa
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Re: [1003] Angemessene Entscheidungen des Gewissens [Brimir, Seresa, Titus]

Beitrag von Seresa » Mi 15. Nov 2017, 15:10

„Der wohlwerte Gaius erwähnte Eure ehrenwerte Aufgabe, die Grenzen Genuas zu schützen. Einer der Gründe für mein bedauerliches Fehlverhalten Euch gegenüber. Nahm ich den Schutz der Grenzen als weitaus wichtigeres Ziel an. Weitaus wichtiger, als mit Euch über meine Tat zu sprechen, welche zu diesem Zeitpunkt bereits durch den überaus glücklichen Zufall des Dazukommen des wohlwerten Gaius - in der Via Karina zum Zeitpunkt meiner Raserei selbst - unter Kontrolle gebracht worden war. Zum Zeitpunkt meiner Raserei, befanden sich die werte Sousanna und meine Wenigkeit im Dunkel der Gasse. Das Eingreifen von Gaius und seinen Mannen war umgehend. Zwischen dem Moment des Auftretens meiner Raserei bis zum Gepflockt sein verging weniger als ein Wimpernschlag. Ich sah weder vor noch nach meiner Raserei Sterbliche. Allerdings muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich, obwohl ich aufmerksam war, weder den wohlwerten Gaius, noch seine Mannen hinter mir bemerkt hatte. Sofern es tatsächlich zu einem Bruch der Stille gekommen wäre, ist mir nichts darüber bekannt. Jedoch wäre der wohlwerte Gaius oder seine Mannen in diesem Falle der bessere Ansprechpartner. Sie waren vor Ort. Brachten die werte Sousanna und mich umgehend auf Tragen unter weißen Tüchern aus der Stadt. Sie können Euch sicher sagen, ob es zu einem tatsächlichen Bruch der Stille kam.“

Seresa schweig für einen Augenblick.

„Jedoch bin ich mir meiner Verantwortung und meiner Schuld durchaus bewusst, wohlwerter Titus. Es war mein Fehler und mein Versäumnis. Weder der verehrte Brimir, noch der wohlwerte Gaius, hatten oder mussten mich über die möglichen Konsequenzen aufklären, welche ein Bruch der Stille beinhaltet. Ich gestehe, ich kenne die Strafe in Genua für den Bruch der Traditionen nicht. Jedoch bin ich mir durchaus im Klaren darüber, dass es mitunter meine Vernichtung bedeuten könnte.“

Die Brujah hielt den Blick zum Liktor noch einen Moment, bevor sie den Kopf senkte.

„Jedoch gab ich willentlich und aus freien Stücken mein Wort, dass ich nicht versuchen werde meiner Strafe zu entfielen.“

Seresa blickte erneut zum Liktor auf. Während sie sprach wanderte ihr Blick für einen Moment zu Brimir.

„Obgleich der Konsequenzen für mich und mein Unleben. Es war mein Fehler. Meine Unachtsamkeit. Mein Versäumnis. Wie ihr bereits selbst sagtet, wohlwerter Titus, mein Blut darf in einem solchen Fall nicht strafmindernd wirken und ich stimme Euch in diesem Punkt in vollster Weise zu. Es obliegt einzig meiner Verantwortung. Es ist meine Schuld.“

Ein zustimmendes Nicken in Richtung des Liktors folgte.

„Ihr habt recht, wohlwerter Titus, wenn ihr sagt, dass ich daran arbeiten sollte. Bevor ich nach Genua kam, wurde die Etikette als erfolgsversprechender Weg angesehen, mein Tier weniger zu Reizen. Mir wurde beigebracht Situationen zu vermeiden, die mein Tier ängstigen würden. Mir wurde beigebracht mich zu mäßigen und mich regelmäßig zu nähren, auf dass mein Tier nicht dem Hunger einher fällt. Mir wurde beigebracht mich respektvoll und angemessen gegenüber anderen zu verhalten, so dass das Tier meines Gegenübers nicht gereizt wird und somit auch das Meinige ruhen kann. Ich versuchte einen Einklang mit ihm zu finden. Ich bezweifle, dass das Tier in uns Böse ist oder uns wirklich schaden will. Aber es versteht nicht, dass nicht alles eine Gefahr für uns ist und dass sein Versuch uns zu schützen Konsequenzen haben mag, die weitaus schlimmer sind, als die tatsächliche Gefahr. Ich will es nicht an die Kette legen oder gar einsperren. Ich wünsche mir einen Weg zu finden, dass es lernt mir und meinen Entscheidungen zu vertrauen. Zu vertrauen, dass ich für uns Beide da bin. Zu vertrauen, dass ich auf es achte und es gut behandle. Zu vertrauen, das ich weiß, was eine Gefahr ist und was nicht. Wie ich bereits sagte, war die Etikette ein Teil des Ansatzes mein Tier weniger zu reizen. Jedoch ist Genua nicht Lucca. Das mitunter mindere Interesse an Etikette in Genua zeigte mir nur allzu deutlich die Schwächen dieses Weges auf. Sowohl der verehrte Brimir.“

Seresas Blick wanderte für einen kurzen Moment zum Gangrel.

Wie auch der wohlwerte Gaius, erklärten mir bereits, dass sie einen Pfadwechsel als eine geeignete Möglichkeit sähen, besser mit meiner Raserei und dem Tier, welches in uns allen wohnt, umzugehen. Ich gestehe, ich hatte mir nie große Gedanken darübergemacht, welche Pfade es zur eigenen Erlösung gibt und welcher wohl der Richtige wäre. Ich habe redlich vor, dies zu ändern.“

Sie nickte sowohl Brimir wie auch Titus zu, bevor ihr Blick wieder auf dem Kappadozianer verweilte.

„Was den Glauben angeht, so will ich Euch gestehen, dass ich wahre Herrlichkeit gesehen und zur Strafe in die tiefste Dunkelheit gestoßen wurde. Wahrlich ich bezweifle, dass sich der Herr einer armen Sünderin wie der Meinen tatsächlich erbarmen wird. Dass meine Gebete gar an sein Ohr vordringen würden. Dass er mir die Frage, die bereits sein eigener Sohn ihm am Kreuze gestellt hatte, beantworten würde. Eli, Eli, lema sabachtani?. Herr, wozu hast du mich verlassen? Was ist es, was in deinem Namen geschehen soll?“

Seresa schüttelte leicht den Kopf.

„Wahrlich ich gestehe, ich kenne die Antworte nicht, wohlwerter Titus, doch der Herr hat in seiner Güte mir ein Licht in der Dunkelheit aufgestellt. Ein Licht aufgestellt, auf dass ich nicht auf den finstern Pfaden alleine wandern muss. Auf dass ich den Weg zurück zu ihm fände. Auf dass ich mich nicht in der Dunkelheit verirre möge und vom rechten Weg abkämme. Auf dass ich Hoffnung fände und Vertrauen in ihn. So folge ich dem Licht. Hoffe und bete ich. Hoffe und glaube daran, dass er mir eines Tages mir meine große Sünde vergeben mag. Dass er mich wieder aufnehmen werde in seinen Schoss. Trotz meiner Sünde. Trotz meiner Unzulänglichkeit. Trotz meiner Lasterhaftigkeit. Trotz meiner Schuld. Dass es mir gelänge, meine eigene Schwäche zu überwinden und seine göttliche Vergebung zu erlangen.“

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Re: [1003] Angemessene Entscheidungen des Gewissens [Brimir, Seresa, Titus]

Beitrag von Brimir » Fr 17. Nov 2017, 11:51

Brimir lauschte den Worten der Beiden und verharrte relativ ruhig. Erst als das Gespräch zum Thema Glauben kam, schauderte der Nordmann leicht, wie bei einer dunklen Erinnerung an irgendetwas, das passiert war. Die Augen hielten sich an Titus und er erwiderte den Blick des Kappadozianers still, ohne diesen abzuwenden.

"Soweit mir bekannt ist, wurde die Stille nicht gebrochen. Das einzige, was ihr vorgeworfen werden kann, ist die Raserei und der Angriff auf Sousanna. Und Nichts davon verbieten die Traditionen. Nun da Aurore wieder da ist, sollten wir Liktoren überlegen, wann wir sie wegen... solcher Lappalien belästigen. Ich denke, dass die Prinzessin ganz andere Dinge zu tun hat, als sich darum zu kümmern. Andererseits... sollte sie das selbst entscheiden."
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Re: [1003] Angemessene Entscheidungen des Gewissens [Brimir, Seresa, Titus]

Beitrag von Titus » Fr 17. Nov 2017, 22:08

Titus blickte zu Brimir und nickte. Er stimmte zu, sie hatte nichts verbotenes getan. Als er wieder das Wort ergriff, blickte er wieder Seresa an. Aus ihm sprach der Brustton der Überzeugung. Ohne auch nur den Hauch eines Zweifels. So wie er sprach war schien er keinen Gedanken daran zu verschwenden, dass er irren könnte.

"Es gibt nur einen Weg zu Deiner Erlösung, Seresa, und das ist der Weg Gottes. Unser Herr Jesus Christus sprach, ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben."

Er ließ die Worte einen kurzen Augenblick wirken. Als er die Worte sprach konnte man fast fühlen, wie sehr er an diese Worte glaubte.

"Du siehst, Gott hat Dich nicht verlassen, er hat Dich auserwählt ewig zu leben. Es ist eine Prüfung eine immerwährende Prüfung dessen Lohn und Bestimmung die vollkommene Erlösung ist. Er schenkte Dir sogar ein Licht der Hoffnung. Ich kann Dir diesen Weg zeigen. Der Weg ist nicht leicht, er ist entbehrngsreich, steinig und manchmal verworren. Aber es ist der einzige Weg."
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Re: [1003] Angemessene Entscheidungen des Gewissens [Brimir, Seresa, Titus]

Beitrag von Seresa » Sa 18. Nov 2017, 02:23

Seresa nickt Brimir, dann auch Titus zu. Während sie sprach, wechselte der Blick zwischen Beiden hin und her.

„Ich sagte, ich werde mich den Liktoren und dem Urteil des Gerichtes unterwerfen. Wann immer Ihr es für richtig und angemessen haltet, bitte ich, dass Ihr es an ansprechender Stelle vortragt. Ich gestehe, mir ist es schlicht nicht möglich den richtigen Weg - noch den richtigen Zeitpunkt - hierfür zu erahnen, noch zu beurteilen. Ich gestehe, ich kenne schlicht die Gepflogenheiten in Genua hierfür nicht.“

Dann verweilte ihr Blick auf Titus. Sie blickte länger auf dessen Rosenkranz, der ihren Blick erst jetzt tatsächlich länger fesselte.

„Ich danke Euch aufrichtig für Euer großzügiges Angebot, wohlwerter Titus.“

Seresa verneigte ihren Kopf tief vor Titus. Danach blickte sie ihm wieder in die Augen.

„Bitte versteht, ich habe mir bisher nie große Gedanken darübergemacht, welche Wege der Nacht es wohl gäbe und wer von unserer Art welchen Weg zur eigenen Erlösung beschreitet. Der Weg, welchem der wohlwerte Gaius folgt, setzte einen Schwur voraus. Einen Schwur, welchen ich ihm nicht leisten konnte. Ich gestehe, ich weiß nicht, ob es bei Eurem Weg einen Schwur von Loyalität oder Treue bedarf. Noch ob der Verlust der Menschlichkeit von Nöten ist. Noch ob es weitere Forderungen beinhaltet. Es wäre mir eine überaus große Ehre, so Ihr eines Tages Zeit finden würdet, mir davon zu berichten, wohlwerter Titus.“

Erneut nickte sie ihm zu, bevor Seresa kurz zu Brimir blickte.

„Denn ich gestehe, es liegt es mir wahrlich fern, dich damit zu reizen und deine Zeit unnötig in Beschlag zu nehmen, Brimir.“

Seresa verbeugte sich vor Brimir. Dann ließ sie den Blick zwischen beiden Liktoren hin und her wandern. Unsicher, wer von ihnen das Wort zuerst ergreifen würde. Sie würde dann jedoch mit dem Blick zuerst bei dem verweilen, der es tatsächlich tat.

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Re: [1003] Angemessene Entscheidungen des Gewissens [Brimir, Seresa, Titus]

Beitrag von Brimir » Di 21. Nov 2017, 13:16

Brimir seufzte, als Titus mit den Überzeugungen seines Glaubens auftrat. Und zeitgleich brannte etwas in dem Gangrel - etwas, dass dieser runter schluckte und wieder einsperrte. Der Nordmann verzog leicht das Gesicht und schien sich bereit zu machen zu gehen.

"Nun... einige von uns kommen auch ohne 'Gott' zurecht; sehr viele auch, ohne dem Pfad des Gottes zu folgen. Und... ich habe auch vor drei Jahren auf einem Hügel gesessen, um zu sehen, ob du recht hattest, Titus. Ich habe auf Ragnarök gewartet... oder auf das jüngste Gericht. Doch es kam nicht, wie es dein Gott versprochen hat... keine Erlösung. Odin hat wohl mehr Erfolg dabei sein Versprechen wahr zu machen und die Eisriesen von Midgard fern zu halten."

Brimir zuckte mit den Schultern, als sei es auch einerlei. Da war keinerlei Lustigmachen im Gesicht des Kriegers zu erkennen; nicht mal ein Grinsen.

"Ich denke ich werde hier nicht mehr gebraucht und ich habe noch einiges zu tun. Ebenso möchte ich nicht der Grund für einen Streit hier werden. Du hast deinen Glauben und ich meinen... ... dies hier ist aber euer Beider Gespräch. Titus... Seresa... einen schönen Abend noch."
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Re: [1003] Angemessene Entscheidungen des Gewissens [Brimir, Seresa, Titus]

Beitrag von Titus » Di 21. Nov 2017, 23:00

Titus betrachtete Brimir und lauschte seinen Worten. In seinen Augen war kein Zorn zu sehen, vielleicht ein kleinen Hauch Mitleid. Doch kannte Titus Brimir gut genug, dass er mit ihm darüber nun nicht dikutieren wollte. Titus nickte dem Gangrel zu.

"Den wünsche ich Dir auch, Brimir."

Nachdem der Gangrel gegangen war, wandte er sich wieder Seresa zu.

"Erzähl mir doch, warum den Weg, den Du bisher gegangen bist, verlassen willst. Warum glaubst Du, dass der Weg nicht der richtige ist?"
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Re: [1003] Angemessene Entscheidungen des Gewissens [Brimir, Seresa, Titus]

Beitrag von Seresa » Mi 22. Nov 2017, 01:09

„Hab Dank für alles, Brimir. Dir ebenfalls einen schönen Abend und eine erfolgreiche Nacht.“

Sereas verbeugte sich vor dem Liktor. Als Brimir gegangen war, wandte sie sich Titus zu. Auf seine Frage zuckte Seresa mit den Schultern.

„Wahrlich ich gestehe, ich weiß nicht, ob mein Weg der Richtige ist oder nicht, wohlwerter Titus. Ich gestehe, ich weiß nicht einmal, ob es ein tatsächlicher Weg ist.“

Die Brujah schwieg für einen kurzen Augenblick, während sie zu ihrem Gegenüber aufblickte.

„Ich hatte mich, wie ich Euch bereits gesagt hatte, nie mit den Wegen der Nacht beschäftigt. Es war niemals notwendig gewesen. Entweder scherte es niemanden, wenn ich raste oder es wurde mir ein Weg aufgezeigt, um mein Tier nicht zu provozieren. Letzteres war erfolgreich. Jedoch zeigten sich die Schwächen, als ich Genua erreichte. Einen Ort, an dem mitunter der Etikette wenig Beachtung geschenkt wird. Einem Ort, der durchaus direkter und härter ist, als jene Domänen, in welchen ich zuvor verweilte.“

Erneut schwieg Seresa für einen Moment.

„Angeblich spürt der Clan Brujah das Aufbegehren des Tiers in uns allen deutlich früher und stärker. Zumindest heißt es dies. Ob es tatsächlich der Wahrheit entspricht, vermag ich nicht zu beurteilen. Die Raserei gegenüber der werten Sousanna ließ mich erkennen, wie brüchig mein auferlegter Schutz ist. Wahrlich ich gestehe, ich weiß nicht, ob es mir mit einem anderen Weg der Nacht besser gelänge, eine Raserei zu verhindern oder mein Tier gar zu lenken. Jedoch rieten sowohl der verehrte Brimir - wie auch der wohlwerte Gaius - unabhängig voneinander dazu, meinen Weg der Nacht zu überdenken. Es wäre überaus unhöflich und überheblich ihren weisen Worten keine Beachtung zu schenken. Man sollte nicht Augen und Ohren verschließen und stur gerade ausgehen, wenn es womöglich eine Lösung gibt. Man sollte offen sein und zuhören. Lernen. Versuchen zu verstehen und zu begreifen, um dann eine eigene Entscheidung treffen zu können.“

Seresa nickte dem Kappadozianer zu.

„Ich maße mir nicht an zu wissen, welcher Weg der Nacht der Richtige ist. Jedoch würde ich Euch gerne etwas fragen, wohlwerter Titus. Natürlich nur, sofern Ihr die offene und direkte Frage gestattet. Weshalb glaubt Ihr, dass Euer Weg der Richtige ist für Euch?“

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Re: [1003] Angemessene Entscheidungen des Gewissens [Brimir, Seresa, Titus]

Beitrag von Titus » Mi 22. Nov 2017, 21:25

Titus betrachtete Seresa nachdenklich.

"Nun das ist etwas , was Du selbst mit Dir und Deinem Gewissen ausmachen musst. Es gibt viele unserer Art, die an der Menschlichkeit hängen, auch ich habe mich versucht mich an meine Menschlichkeit zu klammern, bevor ich den Weg Gottes erkannt und betreten habe. Auch ich habe davon gehört, dass das Tier der Brujah leichter zu reizen ist als bei anderen unserer Art. Es ist eine sehr persönliche Entscheidung, denn das wird Dich, wenn Du es richtig anstellst die nächsten Dekaden oder Jahrhunderte prägen und verfolgen. Doch bedenke bei Deiner Entscheidung dies, Gott sieht Dich und wird Dich nach Deinen Taten beurteilen. Der Preis ist nicht weniger als Deine unsterbliche Seele. Und letztendlich zählt nicht, was Menschen für richtig oder falsch halten, oder was Kainiten Dir raten zu tun oder zu lassen. Wenn es zum jüngsten Tag kommt, dann zählt das Gesetz Gottes und wehe denjenigen, die auf den Pfaden der Verdammnis gewandelt sind."
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Re: [1003] Angemessene Entscheidungen des Gewissens [Brimir, Seresa, Titus]

Beitrag von Seresa » Mi 22. Nov 2017, 22:34

„Ich gestehe, ich weiß nicht, ob ich wahrlich an ihr hänge, wohlwerter Titus. Allerdings weiß ich zu gut, wie sich die Dunkelheit anfühlt, wenn wir sie leichtsinnigerweise gänzlich unbeachtet lassen. Wie es sich anfühlt, wenn das Tier versucht Körper und Geist für immer zu übernehmen.“

Seresa schwieg für einen Moment und schüttelte den Kopf. Die Erinnerung daran, schien ihr ganz offensichtlich nicht zu gefallen, rieb sie sich unbewusst über die Unterarme, als würde sie bei dem Gedanken daran tatsächlich frösteln. Dann faltete sie für einen Moment die Hände, bevor sie sie wieder ineinanderlegte.

„Was das Gesetz Gottes und den jüngsten Tag betrifft, so versteht mich bitte nicht falsch, wohlwerter Titus. Bitte glaubt mir, wenn ich sage, ich bezweifle nicht, dass ihr demütig, mildtätig, keusch, geduldig, gemäßigt, wohlwollend und fleißig seid.“

Die Brujah blickte den Kappadozianer weiter an.

„Aber glaubt Ihr, dass es reichen wird unsere unsterbliche Seele tatsächlich zu erretten?!“

Ein fragender Blick war nun auf ihr Gegenüber gerichtet.

„Ich gestehe, ich weiß nicht, ob der Herr wahrhaft sieht, was wir tun. Ob wir jemals Vergebung für unsere Sünden erlangen können. Bitte versteht meine folgenden Worte nicht falsch, sind sie auf unsere Art an sich gemünzt und nicht auf Euch.“

Seresa senkte ihren Kopf in einer verneigenden Geste in Richtung des Kappadozianers. Sie wollten offentsichtlich weder Titus etwas unterstellen, noch selbst sagen, welches der Gesetze Gottes sie brach oder gebrochen hatte. Welcher Todsünde sie einheimgefallen war.

„Doch sündigen wir jede nach aufs Neue, indem wir Blut von Menschen stehlen. In dem wir Tiere morden, weil wir uns von ihnen nähren und ihre Leiber zu schwach sind unseren Durst zu stillen. Belügen uns und andere unserer Art, um unsere Position in der Gesellschaft zu halten oder verstärken. Belügen die Menschen, in dem wir ihnen vorgaukeln noch immer etwas zu sein, was wir nicht mehr sind. Werfen uns vor Prinzen nieder und beten sie an, um ihre Gunst zu gewinnen. Versuchen Besitz uns anzueignen, der nicht unserer ist.“

Sie betrachtete Titus aufmerksam, während sie fortfuhr.

„Wir glauben, dass wir mehr wissen. Das wir Götter auf Erden sind. Wir sind gierig und geben uns nicht zufrieden mit dem was wir haben. Suchen die Lust, die das Trinken menschlichen Blutes uns bereitet. Geben uns dem Zorn hin, wenn das Tier unseren Körper und Geist übernimmt. Nutzen das Blut, welches die Menschen und Tiere uns gaben, um mehr zu tun, als zu erwachen. Betrachten die Erfolge und Errungenschaften Anderer und fragen uns, warum sie einen Rang, einen Titel, Jagdgründe haben und nicht wir. Unternehmen nichts, obwohl wir sehen, wie die Menschen um uns herum leiden und zu Grunde gehen.“

Seresa schüttelte leicht den Kopf.

„Wie kann der Herr bei all dieser Schuld und Sünde die wir begehen, jemals gewillt sein uns zu vergeben, wohlwerter Titus?“

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Re: [1003] Angemessene Entscheidungen des Gewissens [Brimir, Seresa, Titus]

Beitrag von Titus » Mi 22. Nov 2017, 22:57

Titus lächelte bei den Worten Seresas gequält, als würden ihr Worte etwas auf dem Punkt bringen was auch Titus nicht leugnen konnte. Doch dann wurde seine Miene wieder ernst und er fixierte die Augen der Brujah. Er setzte sich auf den Rand des Brunnens.

"Das weiß ich nicht..."

Die Verblüffende Ehrlichkeit war geradezu entwaffnend.

"Aber ist die Ungewissheit, ob unsereins jemals Erlösung erfährt Grund dafür es nicht zu versuchen? Ist Das Leben in Sünde und Verdammnis etwas, womit wir uns abfinden müssen, nur weil wir nicht wissen, ob unsere Bemühungen am Ende mit dem Einzug ins Paradies belohnt werden? Auch ein Mensch, ohne Befleckung unsereins, kann sich nicht sicher sein, ob sein Leben in Tugend und Mildtätigkeit am Ende belohnt wird. Soll er auch alle Tugend fahren lassen und in Sünde leben, weil es vielleicht zu anstrengend ist, gottgefällig zu leben?"

Er machte eine kurze Pause.

"Ist die Erlösung es nicht wert, sich daum zu bemühen? Ist es nicht besser zu kämpfen, als kampflos aufzugeben? Ich habe nie behauptet, dass der Weg einfach ist."
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