Wie Politik den Charakter versaut [Brimir]

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Gaius Marcellus
Salubri
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Re: Wie Politik den Charakter versaut [Brimir]

Beitrag von Gaius Marcellus » Di 27. Jun 2017, 15:42

Gaius nickte.

"Brimir... ich bin hier um dich etwas zu fragen." Die Worte wurden schwerer. Kurz blickte Gaius sich um, weiterhin war er allein und der Gangrel mit den Hunden um ihn herum... aber seine stärkste Waffe war in diesem Moment die Hoffnung und das Vertrauen.

"Brimir. Bist du ein Verräter an der Domäne? An der Herrin? Oder sind wir wie die Streiter einer Sage und gehen als große Waffenbrüder in diese Geschichte ein?
Der Seneschall hat mich besucht... er sieht dich und die Schatten als die Teufel, die unsere Domäne an Mailand verkaufen wollen...
Er will mich rüsten, auf dass ich dein Gegenstück an seiner Seite sei und eurem Verrat die Tore verschließe - mit Schwert und Truppe.
Aber ich kann nicht glauben, dass du Domäne, Herrin und Ehre verraten würdest.. ich kann nicht.
Brimir mein Freund, ich bin hier, ein wahres Gespräch zu führen... über Loyalität, Verrat, ewigen Tod oder ewigen Sieg..."
Gaius atmete aus, schloss einen Moment die Augen, hörte keine Krallen durch den Wald hallen und so begann ein Gespräch zwischen jenen zwei Kriegern.
Zwei Kriegern, die beide hofften, in jener Sage zu den Helden und den Siegern zu gehören und wohl... den Überlebenden.
Wenn das Gefühl für Recht und Sitte schwindet, wenn der Schrecken die Sinne trübt, dann sind die Kräfte bald versiegt. In dem alten Blute lebt die Kenntnis des wahren Maßes, und aus ihm brechen die neuen Sprossen der Gerechtigkeit hervor.

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Brimir
Gangrel
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Re: Wie Politik den Charakter versaut [Brimir]

Beitrag von Brimir » Di 27. Jun 2017, 16:39

Der Nordmann blickte Gaius nickend an und lauschte dann den Worten. Bei der ersten Frage knurrte Brimir, wie es seine Natur war. Sein Blick verfinsterte sich, je weiter Gaius sprach und als dieser von Maximinianus redete, ballte der Wikinger eine Hand zur Faust.

"Du willst offene Worte... ... und traust dabei der Zunge einer Schlange, die einen unserer Liktoren-Brüder verkauft hat, um selbst sein Spiel in Genua weiter zu treiben? Matteo starb weil Maximinanus ihn an den Seneschall von Mantua verkaufen ließ. Du vertraust, jemanden der blind den Willen der Etrusker nach Genua bringen will und damit offen gegen Aurore handelt... jemandem, der aus Unwissenheit eine Dunkelheit nach Genua bringen wird, die schlimmer ist als Sizilien und die See der Schatten."

Ob ich die Domäne verate? Nein... ganz sicher nicht... dies hier ist in den 60 Jahren seit meiner Ankunft eine Heimat für mich geworden. Ich... hasse solche Umschwünge. Ob ich bereit bin Aurore zu veraten? Ja... wenn es keinen anderen Weg gibt, um Genua zu retten. Ob ich bereit bin für Aurore zu kämpfen? Wenn es Hoffnung gibt, gebe ich mein Blut für die Prinzessin. Lass mich dir erzählen, was ich weiß... und wie ich die Dinge sehe... dann entscheide selbst, ob ich ein Veräter bin... oder ob du bereit bist mir als Waffenbruder zu folgen."

Brimir begann ein Bild zu zeichnen, von den politischen Strängen, wie er sie wahrnahm und wie er sie verstand. Er erzählte von Mailand, Pisa und Venedig, berichtete von den Etruskern und den Höfen der Liebe, davon, welche Gefahr wirklich von der See der Schatten ausging. Brimir berichtete von einem Krieg in den Schatten und davon, dass sie alle bereits teil davon sind. Ein schwarzes Bündniss zeigte Brimir auf. Eine Intrige in der Dunkelheit Genuas, die nicht für Maximinanus war, aber sehr wohl das Wohl der Domäne im Auge hatte - am Liebsten unter Aurore als Prinzessin.

"Lass uns dies gemeinsam tun. Stell dich auf die Seite, die ihre Verbündeten nicht verkauft, wenn die Zeit günstig dafür ist. Maximinanus wird dich benutzen, so wie er mich benutzt hat, und dich dann fallen lassen... so wie er Matteo hat fallen lassen und dies nun auch mit mir versucht."
"Eines Jeden Rücken ist ungeschützt, es sei denn, er hat einen Bruder."
Grettirs Saga

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Gaius Marcellus
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Re: Wie Politik den Charakter versaut [Brimir]

Beitrag von Gaius Marcellus » Mo 31. Jul 2017, 12:50

Gaius hörte sich all die Worte an… sie hatten ihn tief betroffen gemacht, doch ein finsterer Gedanke zuckte… der Idealismus war ihm an vielen Stellen ausgetrieben und auch wenn Gaius das Spiel erst zu begreifen begann, zögerte eine Warnung in ihm.
"Wenn wir diese Domäne retten, du, Acacia, wer sonst auch immer, ich. Dann will ich nicht an die inneren Folgen dieser Entwicklungen nachdenken müssen. Mir sicher sein können, dass sich der Druck den sie und dann womöglich noch andere auf uns ausüben, nicht verstärkt... sondern auflöst.
"Selbst die gemeinsamen Aktionen mit Acacia waren bisher stets von einem dunklen Zug durchdrungen gewesen… und ihr Schutz für selbst die Unfähigsten ihrer Brut war deutlich unangenehm geworden.

Brimir lächelte, versöhnlich fügte er an "Acacia will gar nicht herrschen... und sie... sortiert in ihren eigenen Reihen inzwischen ebenso aus... "
Gaius nickte rasch, blieb aber ernst. "Herrschen und Kontrollieren ist etwas anderes... ich kenne ihre Methoden zu Handeln.

Ich hoffe auf ein Bündnis aller Beteiligter, in gewissem Maße auch über den Krieg hinaus, und zum Schutz. Auf dass es keinem von uns ergeht wie Matteo, nur durch eine andere Führungsperson. Keiner von uns Verkauft wird, ohne den eigenen Willen geopfert, am Ende als Verlierer in jener Sache dasteht.
Brimir nickte. "Im Gegensatz zu Maximinianus.... hällt sich Acacia an ihre Händel."

"Ich vertraue dir Brimir, und ich will ihr vertrauen, und ich will, dass sie mir vertraut - nicht nur, weil du ihr sagst, dass du mich kennst oder beeinflussen kannst. Das Gleiche gilt für Seinfreda, sie schätzt dich, ihr Bündnis mit mir überwiegt das mit ihrem Clan oder meines mit den Königen - auch wenn es keiner wahr haben will. Wenn wir eng und stark zusammen arbeiten, können wir Maximinianus mit Sicherheit stürzen, ohne die Domäne der inneren Tyrannis hinzugeben.

Wer auch immer sonst zu diesem Bunde gehört, mag dazu gehören... solange wir uns alle zu vertrauen lernen und dies zu recht. Sollte es uns gelingen uns als Klüngel zu sehen, so kann es auch keiner mehr wagen, intern Verrat zu begehen..."

Brimirs Augen strahlten Ruhe und Zustimmung aus, "Ich werde es vorschlagen. Mehr kann ich heute Nacht nicht tun. Lass uns Genua schützen... unsere Heimat... das, was wir lieb gewonnen haben"
Gaius nickte zustimmend.

"Warte... ich gebe dir einen Vorschuss mit. Mag Acacia es als Bestechung sehen, oder als Zeichen, dass es mir ernst ist darin, wirklich zusammen zu arbeiten... mit echtem Vertrauen.“ Und so erzählte Gaius von Maximinians List und Hoffnung, ihn als Gegenbilde zu Gaius sehen zu können.

Der Gangrel staunte ob der wurde, wirkte aber nur sehr kurz ärgerlich, dann legte sich ein grinsen auf seine Lippen – wölfisch geradezu.
"Du... solltest das Angebot von Maximinianus annehmen... vielleicht finden wir heraus, was er vor hat und können ihn so erwischen. Ich... werde Acacia vorschlagen euch mit in den Bund zu nehmen"

Jetzt nickte auch Gaius wahrhaftig. "Gemeinsam können wir ihn stoppen... er vertraut mir nicht. Aber er glaubt, dass er mich benutzen kann. Er kennt keine wahre Loyalität, nur Manipulation…"

Brimirs Lächeln wurde breiter "Ja... ... das wird zu seinem Verhängniss." Doch dann stoppte es und die beiden Wolfsaugen fixierten den Salubri. „Gaius, Bist du auf meiner Seite?"

Der Salubri atmete aus, eine düstere Frage voller Enrst,
"Nein.
Ich bin auf unserer Seite. Auf Genuas Seite.
Ich bin dir als Freund loyal, du bist mein Vorbild, aber nicht mein Vorgesetzter, unter dessen Flagge, Seite und Ansprüche ich agiere."
"Und ich will dir, und ihr, zeigen. Dass dies genau die Loyalität ist, und wir alle genau die Personen sind, die gemeinsam Genua zu einem besseren Ort machen werden.

Auf unserer Seite."
Brimir lächelte und nickte zufrieden mit der Antwort. "Gut gesprochen, mein Freund. Ich hoffe, dass wir Genua in eine bessere Zukunft tragen können."
Gaius nickte. Jetzt reichte er Brimir den angebotenen Arm endgültig zum Kriegergriff.
Wenn das Gefühl für Recht und Sitte schwindet, wenn der Schrecken die Sinne trübt, dann sind die Kräfte bald versiegt. In dem alten Blute lebt die Kenntnis des wahren Maßes, und aus ihm brechen die neuen Sprossen der Gerechtigkeit hervor.

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Gaius Marcellus
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Re: Wie Politik den Charakter versaut [Brimir]

Beitrag von Gaius Marcellus » Sa 12. Aug 2017, 22:37

Finitus
Zusammenfassung:
Gaius und Brimir treffen sich im Wald, Brimir übergibt Gaius eine Truppe Kampfhunde, dann sprechen sie über die verzwickte Lage der Domäne.
Im Zuge des Gesprächs offenbaren sie sich gegenseitig ihre Sorgen um die Domäne, die große Intrige und ihre persönlichen Sorgen. Brimir offenbart, dass eine ihm geheime Bedrohung von den Etruskern ausgehe und bittet Gaius ihm zu vertrauen und zu folgen. Gaius beschließt sein Vertrauen auf ein wahres Bündnis mit Brimir und eine Hoffnung auf ein besseres Verhältnis zu den Lasombra zu setzen und schließt sich schlussendlichem ihrem Verräterklüngel an. Dabei offenbart er des Seneschalls Intrige, ihn gegen Brimir in Position zu bringen. Gemeinsam beschließen die Liktoren die Domäne zu retten und ihren Bund zu vertiefen - auch in dieser Krise.
Wenn das Gefühl für Recht und Sitte schwindet, wenn der Schrecken die Sinne trübt, dann sind die Kräfte bald versiegt. In dem alten Blute lebt die Kenntnis des wahren Maßes, und aus ihm brechen die neuen Sprossen der Gerechtigkeit hervor.

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